Skip to main content
ARMSMA
Alle Meldungen
Geopolitische Angelegenheiten· Von ARMSMA

Am Bildschirm unterzeichnet, nach einem Monat ausgesetzt: Was bleibt vom Islamabad-Memorandum zwischen den USA und Iran?

Am selben Tisch sassen die beiden Präsidenten nie. Donald Trump unterzeichnete in Frankreich am Rande von Veranstaltungen im Zusammenhang mit der G7, Massud Peseschkian in Teheran, berichtete Gulf News. Am 18. Juni 2026 verkündete Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X, das «historische "Islamabad Memorandum of Understanding"» sei «heute elektronisch unterzeichnet» worden, so Aaj News.

Laut Sharif sollte das Memorandum «mit sofortiger Wirkung in Kraft treten»: Iran werde «die Strasse von Hormus umgehend wieder öffnen, und die USA würden die Seeblockade sofort aufheben».

Einen Monat später erklärte Iran, es habe seine Verpflichtungen ausgesetzt. Zwei Wochen danach nannte sein Präsident dasselbe Dokument den künftigen «Schwerpunkt» der iranischen Aussenbeziehungen. Diese Lücke – zwischen einem für gebrochen erklärten und einem weiterhin verteidigten Abkommen – macht das Memorandum heute wichtig: Es ist der einzige unterzeichnete Rahmen zwischen Washington und Teheran in einem Krieg, der im Februar mit amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran begann.

Was versprach das Memorandum?

Es handelt sich um ein Zwischenabkommen mit 14 Punkten, berichtete Gulf News; es habe ein Zeitfenster von 60 Tagen für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden vorgesehen. Genannt werden unter anderem eine befristete Verlängerung der Waffenruhe, Schritte zu regionalen Konflikten einschliesslich Libanon und die Wiederöffnung der Strasse von Hormus. Der vollständige Text ist in den von uns gesichteten Quellen nicht veröffentlicht.

Ein weiterer Bericht von Gulf News beschreibt das Abkommen so: Ende der Militäroperationen, gegenseitige Verpflichtungen und eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen für den Schiffsverkehr, sobald die Spannungen nachlassen.

Sharif sagte, Pakistans Vermittlung sei entscheidend gewesen; am 19. Juni solle in der Schweiz eine formelle Unterzeichnungszeremonie folgen, berichtete Aaj News. Er dankte dem US-Verhandlungsteam – J.D. Vance, Steve Witkoff und Jared Kushner – sowie dem iranischen Team um Mohammad Bagher Ghalibaf, Abbas Araghchi und Eskandar Momeni und würdigte die Rolle von Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten.

Auf dem Papier waren die ersten Schritte einfach. In der Praxis hing alles davon ab, ob beide Seiten unter «Verpflichtung» dasselbe verstehen.

Wie zerfiel das Abkommen?

Bis Mitte Juli hatten die USA ihre Angriffe auf iranische Ziele wieder aufgenommen und eine Seeblockade iranischer Häfen erneut verhängt, «nach erneuten Kämpfen rund um die Strasse von Hormus», berichtete Gulf News in einem am 15. Juli aktualisierten Artikel. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, sagte, die Vereinbarung beruhe auf dem Prinzip «Verpflichtung gegen Verpflichtung» und sei in eine «Krisenphase» eingetreten. «Solange Amerika seine Versprechen nicht einlöst, sollte man auch von Iran nichts erwarten», sagte er.

Trump argumentierte laut demselben Bericht, Iran habe das Abkommen zuerst gebrochen, und sagte, das Memorandum habe nach Teherans Vorgehen «nichts bedeutet».

Am 18. Juli ging Irans Vize-Aussenminister für Rechtsfragen, Kazem Gharibabadi, weiter: «Wir haben unsere Verpflichtungen aus dem Islamabad-Memorandum ausgesetzt», zitierte ihn die Agentur Fars, wie Aaj News berichtete. Unter Berufung auf Al Jazeera schrieb Aaj, Teheran habe damit erstmals offiziell erklärt, keinen Teil des Memorandums mehr umzusetzen.

Die Opfer wurden bereits gezählt. Laut dem iranischen Gesundheitsministerium hatten US-Angriffe seit dem 6. Juli mindestens 50 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt, berichtete Aaj News. Das US-Zentralkommando gab an, Überwachungszentren, militärische Logistik, unterirdische Waffenlager und Marinekapazitäten angegriffen zu haben. Iran erklärte, Raketen und Drohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien abgefeuert zu haben, auf dem US-Truppen stationiert sind; Angaben zu Opfern wurden nicht gemacht.

Warum reden beide Seiten noch darüber?

Am 1. August schrieb Trump, die USA hätten zugestimmt, «den Angriff abzusagen, sofern rasch ein DEAL zustande kommt», berichtete NPR. Laut von NPR zitierten Medienberichten hatten die USA und Israel sich darauf vorbereitet, an jenem Wochenende Irans Energieinfrastruktur anzugreifen. Trump sagte, die «Eckpunkte» eines Abkommens seien vereinbart; es werde die «sofortige, vollständige und totale ÖFFNUNG DER STRASSE VON HORMUS» umfassen.

Die halbamtliche iranische Agentur Mehr bezeichnete die Aussage unter Berufung auf ungenannte Militärs als «schlicht eine neue Lüge», so NPR.

Dennoch schrieb Präsident Peseschkian am 3. August: «Ich glaube, dass dieses Memorandum of Understanding künftig der Schwerpunkt unserer Aussenbeziehungen sein wird.» Und weiter: «Wir müssen darauf hinwirken, den Feind zur Einhaltung dessen zu zwingen, was er unterschrieben hat», berichtete Gulf News. In Teherans Lesart ist das Memorandum ausgesetzt, nicht beerdigt – ein Text, der durchgesetzt und nicht ersetzt werden soll.

Was wir nicht wissen

  • Den vollständigen Text. Die 14 Punkte sind in den geöffneten Quellen nicht vollständig veröffentlicht.
  • Den Zeitplan für ein endgültiges Abkommen. Gulf News nennt 60 Tage. Irans Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, sagte, beide Seiten hätten vereinbart, sechs Monate weiterzuverhandeln, so Aaj News.
  • Wann genau es zerbrach. Das iranische Gesundheitsministerium zählt US-Angriffe ab dem 6. Juli; Gulf News berichtete um den 14. und 15. Juli über Teherans Abkehr von seinen Pflichten; die formelle Aussetzung erfolgte am 18. Juli. Andere Darstellungen nennen andere Daten.
  • Wer zuerst brach. Jede Seite beschuldigt die andere. Der Botschafter wirft den USA vor, Teile der Strasse von Hormus unter Kontrolle genommen und das Memorandum «entgegen den vereinbarten Bedingungen» ausgelegt zu haben; Trump sagt, Iran habe zuerst gebrochen. Keine der beiden Behauptungen können wir überprüfen.

Worauf zu achten ist

Die Strasse von Hormus ist der erste Prüfstein, den beide Seiten nannten, und bleibt der Massstab jedes Abkommens: Fahren Schiffe, und wird die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben? Zu beobachten ist auch, ob aus den «Eckpunkten», die Trump im August nannte, ein wiederbelebtes oder neu geschriebenes Memorandum wird – und ob Pakistan, das das erste verkündete, auch das nächste verkünden wird.

Quellen

Teilen

Kommentare (0)

Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.

  • Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.