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Geopolitische Angelegenheiten· Von ARMSMA

Drei Delegationen, drei Runden, keine Waffenruhe: Warum die Gespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland stocken

Während die Delegationen noch in Abu Dhabi waren, startete Russland den grössten Luftangriff des Jahres auf die Ukraine: mehr als 370 Drohnen und 21 Raketen, so Präsident Wolodymyr Selenskyj, berichtete CNN. Die Angriffe zielten vor allem auf den Energiesektor; laut dem ukrainischen Energieminister waren nach Notabschaltungen mehr als 800 000 Menschen ohne Strom.

Im Verhandlungsraum war die Stimmung eine andere. US-Vertreter sagten, die ersten trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA seit der Grossinvasion hätten «die Erwartungen übertroffen», und beschrieben die Atmosphäre als «sehr zuversichtlich, sehr positiv, sehr konstruktiv».

Beides stimmte zugleich – und diese Kluft prägt den Prozess seither. Die Gespräche vom 23. und 24. Januar 2026 öffneten einen Kanal, den es in fast vier Kriegsjahren nicht gegeben hatte. Eine Waffenruhe haben sie bisher nicht gebracht.

Wer sass am Tisch, und worüber wurde gesprochen?

Die USA waren durch den Sondergesandten Steve Witkoff, Jared Kushner und Josh Gruenbaum vertreten, so CNN. Russland schickte ein militärisches Team, darunter ein hochrangiger Geheimdienstvertreter und der Chef des Militärgeheimdienstes; die Ukraine hochrangige Diplomaten und Sicherheitsbeamte.

«Im Mittelpunkt der Gespräche standen mögliche Parameter für ein Ende des Krieges», sagte Selenskyj; die US-Seite habe vorgeschlagen, diese Parameter und die dafür nötigen Sicherheitsbedingungen festzuschreiben. Er schrieb zudem, er schätze «das Verständnis für die Notwendigkeit einer amerikanischen Überwachung und Kontrolle» sehr, berichtete Ratopati unter Berufung auf die BBC. Diesem Bericht zufolge endeten die Gespräche ohne konkrete Ergebnisse.

Russlands Position stand im Voraus fest. Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow sagte, Moskau wolle einen Plan, der den «grundlegenden Verständigungen» des Alaska-Gipfels von 2025 zwischen Wladimir Putin und Donald Trump «vollständig entspricht», berichtete CNN. Als Haupthindernis galt die Gebietsfrage: Russland hält rund 20 Prozent des international anerkannten Staatsgebiets der Ukraine besetzt.

Was änderte sich in den folgenden Runden?

Die zweite Runde, erneut in Abu Dhabi am 4. und 5. Februar, ging vom «Ob» zum «Wie» über. Witkoff sagte, die Delegationen hätten über Wege zur Umsetzung einer Waffenruhe und zur Überwachung der Einstellung militärischer Aktivitäten gesprochen, und nannte die Gespräche «konstruktiv und darauf ausgerichtet, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen», berichtete Novaya Gazeta Europe. Kyrylo Budanow, Selenskyjs Stabschef, nannte sie «wirklich konstruktiv». Greifbare Fortschritte wurden jedoch nicht verkündet, und keine Seite schien zu Zugeständnissen bereit.

Selenskyj brachte eine weitere Runde in den USA ins Spiel und betonte, der Krieg müsse so enden, dass «Russland keine Belohnung für seine Aggression erhält».

Eine dritte Runde folgte am 17. und 18. Februar in Genf, berichtete CGTN. Russlands Chefunterhändler Wladimir Medinski nannte sie «schwierig, aber sachlich», so blue News; Moskau verlange, dass die Ukraine ihre Truppen aus den noch von ihr kontrollierten Gebieten im Osten abzieht – eine Forderung, die Selenskyj kategorisch ablehnt. Bilaterale Treffen der USA mit beiden Seiten am 26. Februar in Genf endeten ohne verkündetes Ergebnis. Selenskyj sagte, das nächste trilaterale Treffen finde wahrscheinlich Anfang März statt.

Es fand nicht statt. Die US-geführten Friedensbemühungen kamen weitgehend zum Stillstand, als sich Washingtons Aufmerksamkeit auf den Krieg mit Iran verlagerte, berichtete AFP.

Wo stehen die Gespräche heute?

Witkoff und Kushner trafen Putin am 5. September in Moskau und am Tag darauf Selenskyj, berichtete Report.az. Auf eine neue trilaterale Runde angesprochen, sagte Budanow, inzwischen Leiter des Präsidialamts: «Wir bereiten uns vor. Auf Oktober.»

Am 4. Oktober sagte Selenskyj, die USA schlügen «ein Treffen auf technischer Ebene im trilateralen Format bis Ende Oktober» vor, und die Ukraine sei «bereit, diesen Zeitplan zu unterstützen», so AFP. Der Ort stand nicht fest; die Ukraine sei offen für die Vereinigten Arabischen Emirate oder ein anderes von den USA vorgeschlagenes Land. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte im September gesagt: «Wir schliessen eine solche Möglichkeit nicht aus; wir sprechen von der absehbaren Zukunft.»

Was wir nicht wissen

  • Wie jede Seite Fortschritt misst. US-Vertreter und Selenskyj nannten die Runden konstruktiv; Moskau sagt, seine Kernforderungen seien nicht erfüllt. Ein gemeinsamer Text wurde nicht veröffentlicht.
  • Wie eine Waffenruhe aussähe. Die zweite Runde behandelte Umsetzung und Überwachung, doch ein vereinbarter Mechanismus wurde in den gesichteten Quellen nicht verkündet.
  • Ob die Oktober-Runde stattfindet. Bis zum 18. Oktober 2026 waren in den von uns geöffneten Berichten weder Datum noch Ort bestätigt.

Worauf zu achten ist

Das nächste Treffen ist auf «technischer Ebene» geplant – eine tiefere Hürde als bei den ersten Runden. Zu beobachten ist, ob es liefert, was die ersten drei nicht lieferten: einen vereinbarten Mechanismus für eine Waffenruhe mit Überwachung oder zumindest ein Datum für ein Treffen der Staatschefs. Russland hat derweil seine Luftangriffe in der ganzen Ukraine verstärkt, berichtete AFP. Für die Zivilbevölkerung wird sich Fortschritt an weniger Angriffen messen, nicht an mehr Treffen.

Quellen

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