Ein Wintersturm legt den Strom für Stunden lahm: Ist Ihr Schweizer Haushalt bereit?

Die Gefahrenseiten von Alertswiss halten fest, dass starker Schneefall Freileitungen beschädigen und Strom und Kommunikation unterbrechen kann, dass grosse Stürme vor allem im Winter auftreten und dass eine Kältewelle die Stromversorgung einschränken kann. Nach einem Ausfall kann die Behebung Stunden bis Tage dauern. Dieser Ratgeber richtet sich an einen Haushalt in der Schweiz. Für Kohlenmonoxid nutzen wir die Schweizer Hinweise von Tox Info Suisse. Das deutsche Bundesmaterial kennzeichnen wir als deutsche Hinweise.
Was können Wintersturm und Kälte in Ihrem Haushalt anrichten?
Laut Alertswiss fallen bei einem Stromausfall Heizung, Beleuchtung und Elektronik aus, die Wasserversorgung kann teilweise zusammenbrechen, Toiletten spülen unter Umständen nicht mehr, und die Kommunikation kann ausfallen. Kartenzahlungen und Bancomaten funktionieren nicht mehr.
Bei einem Sturm können Bahnlinien und Strassen blockiert sein, und Sie können Ihr Gebäude möglicherweise mehrere Stunden nicht verlassen. In einer langen Kältewelle können gefrorene Leitungen die Wasserversorgung stören.
Was sollten Sie zu Hause haben?
Der Notfallplan von Alertswiss fragt, ob Sie mehrere Tage ohne Hilfe von aussen zurechtkämen. Seine Liste:
- mindestens 9 Liter Wasser pro Person (3–4 Tage) und Lebensmittel für etwa eine Woche;
- ein batteriebetriebenes Radio, das DAB+ und UKW empfängt (laut Plan können alle in der Schweiz zugelassenen DAB+-Radios auch UKW empfangen);
- Taschenlampen (mit Handkurbel), Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer oder ein Feuerzeug;
- ein Camping- oder Gaskocher und etwas Bargeld.
Er rät ausserdem zu Lebensmitteln, die ohne Kochen essbar sind, zur Lagerung kühl und trocken ohne Sonnenlicht und dazu, die Vorräte in der täglichen Küche zu verbrauchen und regelmässig zu ersetzen.
Wie bleiben Sie warm, ohne sich mit Kohlenmonoxid zu gefährden?
Tox Info Suisse warnt vor Kohlenmonoxid beim Grillieren in Innenräumen. Kohlenmonoxid hat keinen Geruch. Frühe Symptome ähneln einer Erkältung: Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Gefährliche Mengen können sich auch bei offenen Fenstern oder Türen bilden. Ein offenes Fenster macht glühende Holzkohle im Haus nicht sicher.
Die Hinweise zur Vorbeugung sagen: Heizungen mit fossilen Brennstoffen regelmässig prüfen und gut lüften, wenn man ein offenes Feuer nutzt.
Nutzen Sie einen Camping- oder Gaskocher nur zum Kochen, nie zum Heizen und nie in einem geschlossenen Raum (Tox Info Suisse).
Die nächsten zwei Absätze geben deutsche Hinweise wieder. Das deutsche Bundesamt BBK empfiehlt in seinen Hinweisen zum Stromausfall, sich in einem Raum mit geschlossenen Türen aufzuhalten und regelmässig zu lüften. Gasheizgeräte sollen eine Sauerstoffmangel- und eine Zündsicherung haben, ein Kohlenmonoxid-Warnmelder erhöhe die Sicherheit, und im Haus dürfe man nie grillieren.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt den Grund. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos, und Rauchmelder erkennen es nicht. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung von Holz, Kohle, Heizöl oder Gas. Häufige Ursachen sind Notstromaggregate, Gasheizgeräte sowie Holzkohle- oder Gasgrills in Innenräumen. Frühe Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Atemnot. Für Deutschland nennt das Institut mehrere tausend Vergiftungen pro Jahr, darunter mehrere hundert Todesfälle.
Wenn Sie eine Kohlenmonoxid-Vergiftung vermuten, verlassen Sie sofort den Raum und gehen Sie an die frische Luft. Bringen Sie sich beim Helfen nicht selbst in Gefahr. Gehen Sie sofort ins Spital. Rufen Sie die 144, wenn die Symptome eindeutig sind. Kostenlosen Rat gibt die 145, rund um die Uhr (Tox Info Suisse). In der Schweiz nennt das BAKOM die Nummern 112 (europäische Notrufnummer), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr), 144 (medizinische Notfälle) und 145 (Vergiftungsnotruf) als gebührenfrei. Tox Info Suisse rät, die 144 zu rufen, wenn jemand bewusstlos ist oder nicht atmet.
Was tun Sie, wenn das Licht ausgeht?
- Schalten Sie netzbetriebene Geräte aus. Wenn der Strom zurück ist, schalten Sie sie einzeln wieder ein, weil das Netz überlastet werden kann (Alertswiss).
- Schalten Sie Ihr batteriebetriebenes Radio ein.
- Beschränken Sie Telefonate und Fahrten auf das Nötigste und rufen Sie die Notfalldienste nur in einem echten Notfall.
- Fahren Sie vorsichtig, wo Ampeln ausgefallen sind, und helfen Sie Nachbarn, die Hilfe brauchen.
Woher kommen die amtlichen Warnungen?
Die Hinweise von Alertswiss besagen: Nach einem Allgemeinen Alarm Radio einschalten, Alertswiss prüfen, den Anweisungen der Behörden folgen und die Nachbarn informieren. Alle Sirenen werden jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar getestet. Alarme werden zudem auf die Alertswiss-App geschickt.
Das BABS schreibt, dass dringende Warnungen und alle Alarme mit Verhaltensanweisungen am Radio als obligatorische Meldungen verlesen und auch auf der Alertswiss-Website und in der App veröffentlicht werden. Das Radio ist weitgehend unabhängig von Internet und Mobilfunk.
Für das Wetter beschreibt ein Bericht von MeteoSchweiz Warnungen mit einer Stufe von 1 bis 5, wobei Stufe 5 die höchste ist. Sie werden über die MeteoSchweiz-App, die Website und das Naturgefahrenportal verbreitet.
Was wir nicht wissen
Stand 1. November 2026 konnten wir die aktuellen Warnschwellen von MeteoSchweiz nicht lesen, weil die Seiten nicht als Text geladen wurden, und der Bericht von MeteoSchweiz ist älter und nennt womöglich nicht die heutigen Kanäle. Die Hinweise von BBK und BfR oben sind deutsch, nicht schweizerisch. Die BABS-Seite zum Radio vermerkt zudem, dass mehrere Komponenten des Notfallradios das Ende ihrer Lebensdauer erreichen.
Die Regel zum Merken: Wasser, ein Batterieradio, Licht und ein warmer Raum, den Sie lüften. Bringen Sie nie einen Grill oder ein Notstromaggregat ins Haus.
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