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Terrorismus & Gewalt· Von ARMSMA

Ein Bewaffneter gelangte bis vor den Saal mit dem Präsidenten und 2300 Gästen – wie nah kam er, und was ist noch ungeklärt?

Auf der Bühne im Ballsaal des Washington Hilton führte der Unterhaltungskünstler Oz Pearlman Präsident Donald Trump gerade einen Zaubertrick vor, als vor dem Saal Schüsse zu hören waren. Sicherheitsleute riefen «Shots fired». Die Gäste nahe den Türen duckten sich unter die Tische, berichtete Associated Press.

«Ich hoffte, es sei ein Tablett», sagte Trump später. «Aber das war es nicht.»

Rund 2300 Menschen nahmen am Samstag, 25. April 2026, am Dinner der White House Correspondents' Association teil, dazu der Vizepräsident und Kabinettsmitglieder. Ein Mann mit einer Schrotflinte, einer Pistole und Messern war in der Hotellobby an den Sicherheitsabsperrungen vorbei auf den Saal zugerannt. Er wurde unmittelbar davor gestoppt. Wie er so weit kam – und warum –, beschäftigt nun ein Bundesgericht.

Was geschah in diesen Minuten?

Die Schüsse fielen direkt vor dem Saal, wenige Minuten nach Beginn des Dinners, berichtete der Morning Star. Agenten des Secret Service stürmten die Bühne. Vizepräsident JD Vance wurde als Erster weggebracht; das Ehepaar Trump wurde hinter Panzerplatten abgeschirmt und dann aus dem Saal geführt, so AP.

Die Agenten brachten auch Verteidigungsminister Pete Hegseth, Finanzminister Scott Bessent sowie die Berater Stephen Miller und Dan Scavino hinaus. Manche Gäste flohen durch Korridore zu Notausgängen. Laut Behörden gab es im Saal keine Schwerverletzten.

Trump wurde eine Zeit lang in einer gesicherten Suite des Hotels festgehalten, während er und die Organisatoren eine Fortsetzung erwogen. Auf Rat des Secret Service kehrte er ins Weisse Haus zurück, berichtete der Morning Star.

Wer wurde verletzt?

Trump blieb unverletzt. Ein Beamter wurde in seiner schusssicheren Weste getroffen und war auf dem Weg der Besserung, teilten Behörden mit. Der Verdächtige wurde zu Boden gerissen, blieb unverletzt und wurde im Spital untersucht, so AP.

Wie der Beamte getroffen wurde, blieb zunächst offen. Der amtierende Justizminister Todd Blanche sagte anfangs, in der Schrotflinte des Verdächtigen sei eine leere Patronenhülse gefunden worden; tagelang erklärte die Regierung nicht, weshalb sie annahm, auf den Beamten sei geschossen worden, berichtete AP via West Hawaii Today. Die spätere Anklageschrift wirft dem Verdächtigen formell vor, auf den Beamten gefeuert zu haben.

Wer ist der Angeklagte, und was wird ihm vorgeworfen?

Die Behörden identifizierten den Verdächtigen als Cole Tomas Allen, 31, aus Torrance, Kalifornien. Er war selbst Gast im Hotel, berichtete der Morning Star.

Am 5. Mai erhob eine Grand Jury des Bundes Anklage in vier Punkten, wie Bundesstaatsanwältin Jeanine Pirro bekanntgab, berichtete FOX 5 DC:

  • versuchter Mordanschlag auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten;
  • tätlicher Angriff auf einen Bundesbeamten mit einer tödlichen Waffe;
  • Transport einer Schusswaffe und Munition über Staatsgrenzen in der Absicht, ein Verbrechen zu begehen;
  • Abfeuern einer Schusswaffe bei einem Gewaltverbrechen.

Laut Anklage reservierte er am 6. April ein Zimmer im Washington Hilton, reiste mit dem Zug quer durch das Land aus Kalifornien an, checkte am Tag vor dem Dinner ein und verfolgte an jenem Abend Online-Updates und Live-Berichte über Trumps Ankunft. Nach Angaben von AP sagen die Staatsanwälte, er habe vor dem Angriff Freunden und Familie E-Mails mit einer Rangliste von Zielen geschickt: zuerst Kabinettsmitglieder, Agenten des Secret Service «nur falls nötig».

«Es gibt Beweise, dass dieser Angeklagte den Präsidenten ermorden wollte», sagte Pirro. Bei seinem ersten Erscheinen vor Gericht im April sagte ihm ein Haftrichter, im Fall einer Verurteilung wegen dieses Punktes drohe ihm lebenslange Haft.

Am 11. Mai plädierte Allen in allen Punkten auf nicht schuldig, berichtete ABC News. Er sprach während der Anhörung nicht. Seine Anwälte stellten in Aussicht, den Ausstand der gesamten Bundesstaatsanwaltschaft in Washington zu verlangen, weil deren Mitglieder selbst Opfer sein könnten, und verwiesen auf Pirros enge Beziehung zu Trump. Zuvor hatten sie kritisiert, er sei zu Unrecht unter Suizidbeobachtung und in Einzelhaft gestellt worden.

Warum reicht das über einen Abend hinaus?

Es war Trumps erste Teilnahme an dem Dinner als Präsident, und es wurden Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen laut, berichtete der Morning Star. Die Zeitung bezeichnete den Angriff als dritten Fall seit 2024, in dem der Präsident unmittelbar von einem Angreifer bedroht wurde – nach dem Attentatsversuch in Butler, Pennsylvania, bei dem Trump verletzt und ein lokaler Feuerwehrmann getötet wurde.

Der Fall ist ein Test dafür, wie Sicherheit bei Grossanlässen funktioniert, an denen die bestgeschützten Personen eines Landes mit Tausenden Gästen in einem regulär betriebenen Hotel zusammentreffen – in dem laut Anklage der mutmassliche Täter selbst als Gast eingecheckt hatte.

Was wir nicht wissen

  • Das Motiv. Die Behörden haben keines beschrieben, abgesehen von dem, was Allen laut Staatsanwaltschaft über seine Ziele schrieb.
  • Wie viele Schüsse fielen und von wem. Die von uns geöffneten Quellen nennen keine Zahl.
  • Wie ein bewaffneter Hotelgast bis zu den Absperrungen vor dem Saal gelangen konnte. Eine offizielle Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen findet sich in den geöffneten Quellen nicht.
  • Ob die Vorwürfe bewiesen werden. Für Allen gilt die Unschuldsvermutung.

Worauf zu achten ist

Allen sollte am 29. Juni erneut vor Gericht erscheinen, und die Regierung hatte bis 22. Mai Zeit, auf den Ausstandsantrag der Verteidigung zu antworten, berichtete ABC News. Trump kündigte an, das Dinner werde nachgeholt. Ob sich die Sicherheitsvorkehrungen bis dahin ändern, ist die Frage, die Gäste, Organisatoren und Secret Service beantworten müssen.

Quellen

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