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Bewaffnete Konflikte & Krieg· Von ARMSMA

Irans oberster Führer am ersten Tag getötet: Wie weit reichte der Krieg vom 28. Februar?

Wenige Stunden nach den ersten Angriffen am Samstag, 28. Februar 2026, verkündete Präsident Donald Trump, Irans oberster Führer sei tot. Am nächsten Morgen bestätigte das iranische Staatsfernsehen: Ayatollah Ali Khamenei, 86, seit 1989 an der Macht, war in der ersten Welle eines gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffs getötet worden, berichtete die AFP.

Nach Angaben der iranischen Justiz wurden auch Ali Schamchani, ein enger Berater Khameneis, und General Mohammad Pakpur, der Kommandant der Revolutionsgarden, getötet.

Die AFP bezeichnete den Einsatz als offenbar erste US-Militäraktion dieser Grössenordnung, die auf den Sturz einer ausländischen Regierung zielte, seit der Invasion des Irak 2003. Dieses Ziel und Irans Antwort darauf machten aus einer Bombenkampagne innert Tagen einen regionalen Krieg, der Schifffahrtswege, Golfstädte und Libanon erfasste.

Welches Ziel wurde genannt?

Trump kündigte an, nicht nachzulassen, bis die Islamische Republik falle, und rief Irans Sicherheitskräfte auf, die Waffen niederzulegen. «Dies ist die grösste Chance für das iranische Volk, sich sein Land zurückzuholen», sagte er laut AFP. Irans Führung habe beim Atomprogramm zu wenig Kompromissbereitschaft gezeigt, erklärte er, machte aber klar, dass es um einen Regimewechsel gehe und nicht um ein Atomabkommen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte an die Iraner gerichtet: «Jetzt ist eure Zeit, euch zusammenzuschliessen, das Regime zu stürzen und eure Zukunft zu sichern.» Generalstabschef Eyal Zamir sprach von einer «völlig anderen Grössenordnung» als beim 12-Tage-Krieg im Juni.

Die Angriffe kamen, während die Diplomatie noch lief. Trumps Gesandte hatten am Donnerstag zuvor in Genf mit Irans Aussenminister verhandelt, und Oman als Vermittler hatte am Freitag einen Durchbruch gemeldet: Iran habe Berichten zufolge zugesagt, kein Uran zu horten.

Was kostete der erste Tag?

Der iranische Rote Halbmond meldete für den Samstag 201 Tote und Hunderte Verletzte. Die iranische Justiz erklärte, bei einem Angriff auf eine Schule im Süden des Landes seien 108 Menschen getötet worden; die AFP konnte den Ort nach eigenen Angaben nicht erreichen, um Opferzahl und Umstände zu überprüfen.

Iran antwortete mit Raketen. Laut Staatsfernsehen wurden 27 US-Stützpunkte in der Region, das Hauptquartier der israelischen Armee und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv angegriffen. In Doha, Dubai und Manama waren Explosionen zu hören, in Abu Dhabi wurden zwei Menschen getötet. Die Revolutionsgarden kontaktierten Schiffe und verkündeten die Schliessung der Strasse von Hormus; laut AFP war unklar, ob die Drohung durchgesetzt wurde.

Mehrere Staaten, darunter Iran, Irak, Kuwait, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel, schlossen ihren Luftraum zumindest teilweise.

Wie viele Menschen waren sechs Wochen später tot?

Bis zum 7. April, als die USA und Iran eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbarten, nannte die regionale Bilanz der AFP folgende Zahlen – alle von Regierungen, Armeen, Gesundheitsbehörden oder Rettungsdiensten, die die AFP nicht unabhängig überprüfen konnte:

  • Iran: mindestens 3636 Tote, darunter 1701 Zivilpersonen (mindestens 254 davon Kinder) und 1221 Militärangehörige, laut der in den USA ansässigen Menschenrechtsgruppe HRANA (7. April). Irans stellvertretender Gesundheitsminister nannte mindestens 1937 Tote, Stand 26. März. Eine aktuelle Gesamtbilanz der iranischen Regierung gab es nicht.
  • Israel: 17 Israelis, darunter vier Minderjährige, durch iranische Raketen getötet, dazu zwei philippinische und ein thailändischer Staatsangehöriger.
  • Golfstaaten: 41 Tote, davon 22 Zivilpersonen, laut den dortigen Behörden und dem US-Zentralkommando.
  • US-Streitkräfte: 13 Tote, sieben am Golf und sechs beim Absturz eines Tankflugzeugs im Westen des Irak, der laut US-Militär weder durch feindliches noch durch eigenes Feuer verursacht wurde; rund 300 Verletzte, die meisten leicht.
  • Irak: mindestens 117 Tote, gemäss AFP-Zählung aus Angaben bewaffneter Gruppen und Behörden.
  • Libanon: 1530 Tote laut Gesundheitsministerium, nachdem die Hisbollah im März in den Krieg eingetreten war.

Die AFP hielt fest, dass Einschränkungen für die Presse in Iran es ihr unmöglich machten, Angriffsorte zu besuchen oder iranische Zahlen zu prüfen.

Wer führt Iran jetzt?

Am Tag des Angriffs meldete das Staatsfernsehen, Präsident Massud Peseschkian und zwei weitere Amtsträger würden das Land in einer Übergangszeit führen. Anfang April hatte Iran einen neuen obersten Führer: Modschtaba Khamenei, 58, den Sohn des am ersten Tag Getöteten.

Am 9. April berichtete Al Jazeera über eine Erklärung von ihm, die zum 40. Tag nach dem Tod seines Vaters im Staatsfernsehen verlesen wurde. Seit Kriegsbeginn sei er weder gesehen noch gehört worden, so der Sender. Er sprach von einem «endgültigen Sieg», kündigte Entschädigungsforderungen an und warnte: «Unsere Finger sind am Abzug.»

Was wir nicht wissen

  • Die tatsächliche Zahl der Toten in Iran. Die Angaben von HRANA und der iranischen Regierung liegen um weit über tausend auseinander, und die AFP konnte keine von beiden überprüfen.
  • Was in der Schule im Süden Irans geschah, zu der die AFP keinen Zugang hatte.
  • Wie genau Khamenei getötet wurde: Die Quellen sagen nur, dass er bei den ersten Angriffen starb.

Wie geht es weiter?

Die am 7. und 8. April unter pakistanischer Vermittlung vereinbarte Waffenruhe stoppte den Luftkrieg vorerst, liess aber die Kernfragen offen: die Kontrolle über die Strasse von Hormus, Irans Atomprogramm und ob Libanon überhaupt eingeschlossen war. Diese Streitpunkte prägten die folgenden Monate, und jede der obigen Zahlen kann sich mit besserem Zugang noch ändern.

Quellen

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