Die großen Naturkatastrophen 2026 bisher: Erdbeben, Zyklon, Fluten, Waldbrand und Hitze
Dieser Überblick nennt einige der folgenreichsten Naturkatastrophen des Jahres 2026 bis zum 17. Oktober. Er ist nicht vollständig: Wir haben Ereignisse mit roter oder oranger Warnstufe bei GDACS oder mit dokumentierter hoher Opferzahl ausgewählt. Jede Zahl ist die der genannten Quelle zum angegebenen Datum; Opferzahlen steigen oft wochenlang, und Quellen weichen mitunter voneinander ab.
Erdbeben
- Venezuela, 24. Juni. Ein Beben der Stärke 7,5, Hauptstoß eines Doppelereignisses nach einem Beben der Stärke 7,2, erschütterte die Gegend westlich von Caracas. Laut USGS wurden bis zum 24. August mindestens 6.500 Menschen getötet, 226.696 verletzt und schätzungsweise 50.000 vermisst; 59.000 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, im Bundesstaat La Guaira stürzten 80 % der Gebäude ein. Die venezolanische Übergangsregierung nannte am 24. August 6.509 Tote, so AFP. GDACS stufte das Beben rot ein; 6,8 Millionen Menschen waren starken Erschütterungen ausgesetzt.
- Mindanao, Philippinen, 7./8. Juni. Ein Beben der Stärke 7,8. Der nationale Katastrophenrat meldete am 19. Juni 78 Tote, mindestens 30 Vermisste und 1.399 Verletzte; mehr als 1,5 Millionen Menschen waren betroffen, berichtet Philstar. Der USGS verzeichnet einen Tsunami von bis zu 1,48 m bei Kiamba und 2 m Küstenhebung; seine regionalen Zahlen liegen unter der nationalen, die Angaben unterscheiden sich also nach Quelle und Datum.
- Kolumbien, 10. August. Ein Beben der Stärke 7,4 in etwa 108 km Tiefe. Der USGS nennt Stand 26. August 331 Tote (Summe der Angaben je Departamento), 4.613 Verletzte, 111 Vermisste und 36.478 zerstörte Wohnhäuser. GDACS stufte es rot ein; 5,4 Millionen Menschen waren starken Erschütterungen ausgesetzt.
- Flores, Indonesien, 14./15. August. Ein Beben der Stärke 7,8 (GDACS: 7,7). Der USGS meldet mindestens 136 Tote, 1.776 Verletzte und 27.414 zerstörte Häuser sowie einen Tsunami von bis zu 169 cm bei Pota. GDACS stufte es ebenfalls rot ein, nennt aber keine Opferzahl.
- Kumamoto, Japan, 28. Juli. Ein Beben der Stärke 6,8 (USGS). Der Krisenstab der Präfektur Kumamoto meldete am 8. August 39 Tote, so Adnkronos; laut USGS starben neun Menschen beim Einsturz eines Fabrikschornsteins, und 55 wurden bei einer Explosion in einem Einkaufszentrum verletzt.
Sturm, Flut, Waldbrand und Hitze
- Zyklon Gezani, Madagaskar und Mosambik, Februar. Er traf am 10. Februar bei Toamasina mit Winden von etwa 250 km/h auf Land; die Behörden sprachen von Schäden an 75 bis 80 % der Stadt, berichtet Al Jazeera (40 Tote am 13. Februar). GDACS nennt rund 63 Tote (59 in Madagaskar, 4 in Mosambik) und etwa 430.000 Betroffene Stand 19. Februar.
- Nepal, ab 26. August. Ein Eis- und Felssturz im Lhende Khola nahe der chinesischen Grenze löste eine schuttbeladene Flut in den Flüssen Bhote Koshi und Trishuli aus. Anfangs hatte die Behörde 83 Leichen geborgen; GDACS nennt 955 Tote. Am 6. September meldete Himal Press unter Berufung auf die nationale Behörde 1.341 Tote und fast 5.000 Vermisste. Die Zahlen stimmen nicht überein; die endgültige Bilanz ist nicht bestätigt.
- Frankreich, Juli. Der Brand bei Saumos in der Gironde begann am 22. Juli. Rund 42.000 Hektar verbrannten, 220.000 Menschen wurden evakuiert, 240 Häuser zerstört und 231 Feuerwehrleute verletzt; am 28. September wurde er für gelöscht erklärt, laut Feux de Forêt. GDACS schätzt die verbrannte Fläche auf 47.910 ha. Zwei Feuerwehrleute starben am 21. Juli bei einem anderen Brand in der Gironde, berichtet Connexion France.
- Hitze in Westeuropa, Juni. Die WMO meldete am 9. Juli ein regionales Juni-Rekordmittel von 20,74 °C, 3,05 °C über dem Mittel 1991-2020; Deutschland verzeichnete 41,7 °C, und Frankreich erlebte am 24. Juni seinen heißesten Tag seit Messbeginn. Die WMO spricht von hitzebedingten Todesfällen, nennt aber keine Zahl.
Für das Beben der Stärke 7,7 in Panama vom 9. Oktober und für Taifun Champi, den GDACS am 17. Oktober bei Guam noch als rot einstufte, fanden wir keine überprüfbare Opferzahl; sie bleiben daher außen vor.
Lehren für die Vorsorge
Die offiziellen Empfehlungen sind einfach. Die US-Katastrophenschutzbehörde rät, das Verhalten „Hinwerfen, Schutz suchen, festhalten“ zu üben, schwere Möbel zu sichern und Vorräte sowie einen Familien-Kommunikationsplan bereitzuhalten. In der Schweiz empfiehlt Alertswiss, vorab festzuhalten, wie man Angehörige erreicht, wohin man geht und was man mitnimmt. Viele der oben genannten Todesfälle gehen auf einstürzende Gebäude zurück; die örtlichen Warnkanäle und die Schwachstellen des eigenen Gebäudes sollte man vor dem Ereignis kennen, nicht danach.
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