Der Boden beginnt zu beben. Rennen Sie nicht zur Tür: hinknien, schützen, festhalten
Der Boden bewegt sich unter Ihnen. Die Gläser im Schrank klirren, eine Lampe schwingt, ein Regal beginnt sich zu neigen. Ihr erster Impuls: zur Tür rennen.
Tun Sie es nicht. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hält fest, dass sich Erdbeben nicht vorhersagen lassen, ihre Auswirkungen sich aber mit einfachen Mitteln teilweise verringern lassen, und das erste Mittel ist, was Sie in diesen Sekunden tun: Schutz suchen, etwa unter einem stabilen Tisch, und den Kopf schützen.
Drinnen: hinknien, schützen, festhalten
Die internationale Übung ShakeOut zerlegt diesen Rat in drei Schritte:
- Hinknien, wo Sie sind, auf Hände und Knie, damit das Beben Sie nicht umwerfen kann.
- Schützen Sie Kopf und Nacken mit einem Arm und einer Hand. Ist ein stabiler Tisch oder Pult in der Nähe, kriechen Sie darunter; wenn nicht, kriechen Sie an eine Innenwand.
- Festhalten, bis das Beben aufhört. Unter einem Tisch halten Sie ihn mit einer Hand fest. Ohne Schutz halten Sie Kopf und Nacken mit beiden Armen.
Halten Sie sich von Fenstern und Glaswänden fern, die zerbrechen könnten, und achten Sie auf Dinge, die herunterfallen oder umkippen können: Regale, schwere Möbel, Fernseher, Musikanlagen, Lampen. Verlassen Sie das Gebäude erst, wenn es rundherum sicher ist, etwa wenn nichts mehr herunterfällt, zum Beispiel Dachziegel.
Wenn Sie einen Rollstuhl, einen Rollator oder einen Stock benutzen
- Rollstuhl: Räder blockieren und Kopf und Nacken mit den Armen schützen.
- Rollator: so tief wie möglich gehen, Kopf und Nacken mit den Armen, einem Buch oder einem Kissen schützen und sich festhalten.
- Stock: hinknien, schützen, festhalten, oder sich auf einen Stuhl oder ein Bett setzen und Kopf und Nacken mit beiden Händen schützen, den Stock in Reichweite.
Draussen: draussen bleiben
Der SED rät, im Freien zu bleiben, statt in ein Gebäude zu flüchten.
- Halten Sie Abstand zu Gebäuden, Brücken, Strommasten, grossen Bäumen und allem, was einstürzen oder herunterfallen könnte. Auch der USGS rät, sich auf eine offene Fläche zu begeben, weg von Gebäuden, Stromleitungen und Kaminen.
- Am Wasser verlassen Sie den Uferbereich.
- In den Bergen achten Sie auf Steinschlag und Erdrutsche.
Im Auto: anhalten und drinbleiben
- Halten Sie an, sicher und abseits des Verkehrs, und steigen Sie nicht aus, solange der Boden bebt.
- Halten Sie wenn möglich nicht auf einer Brücke, in einem Tunnel oder einer Unterführung an, auch nicht neben Gebäuden am Strassenrand: Sie könnten einstürzen.
- Achten Sie bei der Weiterfahrt auf beschädigte Fahrbahnen und Trümmer, wie der USGS rät.
Wenn das Beben aufhört
Die Liste des SED, in der Reihenfolge, in der Sie sie brauchen:
- Rechnen Sie mit Nachbeben.
- Helfen Sie anderen, ohne sich selbst zu gefährden.
- Prüfen Sie das Gebäude auf Schäden. Ist es schwer beschädigt, verlassen Sie es: Es könnte einsturzgefährdet sein und einem weiteren Beben nicht standhalten.
- Gehen Sie vorsichtig hinaus. Mauerwerk, Dachbalken und Ziegel können herunterfallen.
- Suchen Sie im und um das Gebäude nach Bränden. Löschen Sie kleine Brände, wenn Sie können, oder alarmieren Sie die Feuerwehr.
- Kontrollieren Sie Gas-, Wasser- und Stromleitungen und schalten Sie sie ab, wenn Sie einen Schaden vermuten.
- Informieren Sie sich über Radio, Fernsehen oder Internet und folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte.
- Telefonieren Sie nur im Notfall, damit das Netz frei bleibt.
- Verzichten Sie auf private Autofahrten, damit die Strassen für die Rettungskräfte frei bleiben.
- Stellen Sie sich auf Stromausfälle ein.
Warum die ersten Sekunden automatisch ablaufen sollten
Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen, also bleibt keine Zeit zum Überlegen. Denken Sie im Voraus durch, was Sie tun werden, damit Ihr Körper es weiss, bevor Ihr Kopf es weiss. Der SED empfiehlt zudem, die Wohnung vorzubereiten:
- sichern Sie, was herunterfallen und jemanden verletzen könnte: Deckenverkleidungen, Regale und deren Inhalt, Fernseher, Musikanlagen, Lampen;
- wissen Sie, wo die Hauptventile und -schalter für Gas, Wasser und Strom sind und wie man sie bedient;
- halten Sie einen Notvorrat, eine Notfallapotheke und Kopien wichtiger Dokumente bereit;
- halten Sie eine Taschenlampe, ein Batterieradio und Bargeld bereit, denn bei einem Stromausfall funktionieren Bancomaten womöglich nicht.
Die Gefahrenseite von Alertswiss gibt dieselben Kernratschläge.
Wenn Sie in Sicherheit sind: Melden Sie dem SED, was Sie gespürt haben
Der SED zeichnet Bodenerschütterungen laufend auf. Innert rund 90 Sekunden erscheinen Zeit, Ort und Stärke eines Bebens auf seiner Website, und er lädt die Bevölkerung ein, über einen Online-Fragebogen zu melden, was sie gespürt hat.
Die eine Regel
Hinknien, schützen, festhalten. Nicht ins Freie rennen.
Dies sind allgemeine Ratschläge. Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden und der Einsatzkräfte.
Quellen
Quelle: https://armsma.org/de/insights/earthquake-what-to-do — © ARMSMA. Wiedergabe mit Genehmigung von ARMSMA.
ARMSMA ist keine professionelle Bildungseinrichtung. Dieses Material dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle Ausbildung, medizinische Beratung oder offizielle Notfallanweisungen. ARMSMA übernimmt keine Haftung für das Vertrauen auf diese Inhalte.
