Verdächtigen Gegenstand gefunden? Was bei Kampfmitteln zu tun ist
Ein Kampfmittel sieht nicht aus wie eine Filmbombe. Es kann eine rostige Granate auf einem Feld sein, ein kleiner Gegenstand im Gras oder etwas, das wie Spielzeug aussieht. Die Sicherheitsregeln sind kurz. Sie stammen aus der sogenannten Aufklärung über Kampfmittelgefahren (EORE): Massnahmen, die laut dem Genfer Internationalen Zentrum für humanitäre Minenräumung (GICHD) "das Verletzungsrisiko durch Kampfmittel verringern" sollen.
Die Regeln
Der staatliche Notdienst der Ukraine (DSNS) und die Regionalverwaltung Donezk geben gemeinsam mit dem HALO Trust dieselbe kurze Regel aus: "Nicht nähern! Nicht berühren! 101 anrufen!" In der Schweiz lautet die Regel der Armee: "nie berühren – markieren – melden". Zusammengefasst ergeben sich diese Schritte.
- Stehen bleiben. Nichts berühren, ruhig bleiben und merken, wo man ist, wie es der DSNS rät.
- Andere warnen und jede Arbeit in der Nähe einstellen.
- Auf dem gleichen Weg zurückgehen. Der DSNS rät, sich und andere mindestens 100 Meter zu entfernen, auf derselben Route, am besten auf einem vorhandenen Pfad, in der Gruppe hintereinander. Eine ältere DSNS-Mitteilung nennt rund 500 Meter als optimalen Sicherheitsabstand. Im Zweifel gehen Sie weiter weg.
- Anrufen. Langsam sprechen und genaue Adresse sowie Orientierungspunkte nennen. In der Ukraine rät der DSNS, die 101 und die 102 zu wählen.
- Die Stelle markieren. Die Schweizer Armee bittet, die Fundstelle zu markieren, damit andere sie sehen. Der DSNS bittet, sich den Ort zu merken und nach Möglichkeit Fremde bis zum Eintreffen der Hilfe fernzuhalten.
Bewegen, zerlegen oder erhitzen Sie den Gegenstand nicht und versuchen Sie nicht, ihn zu entschärfen. Decken Sie ihn nicht mit Erde zu und giessen Sie keine Flüssigkeit darauf. Nicht rauchen, kein Feuerzeug benutzen, Telefone und Fernbedienungen fernhalten. Keine Menschenansammlung zulassen. Der DSNS betont, dass nur speziell ausgebildete Fachleute explosive Gegenstände entschärfen dürfen.
Warum "Souvenirs" töten
Nicht detonierte Munition ist nach UNMAS eine Waffe, die "nicht wie vorgesehen explodiert ist, aber gefährlich bleibt und töten kann, wenn man sie berührt oder bewegt". Das IKRK schreibt, solche Munition könne zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt explodieren, und nennt Versagerquoten von etwa 1 bis 40 Prozent, je nach Alter, Lagerung, Boden und Wetter. Die Schweizer Armee ergänzt, dass alte Munition auch nach Jahren gefährlich bleiben kann und nicht berührt oder mitgenommen werden darf. Eine Granate im Regal ist kein Souvenir. Es ist ein Gerät, das noch nicht funktioniert hat.
Die wichtigsten Arten in einfachen Worten
Das IKRK nennt als explosive Kriegsreste: Artilleriegranaten, Mörsergranaten, Handgranaten, Raketen, Flugkörper und Streumunition, die nicht explodiert ist oder unbenutzt zurückgelassen wurde. Auch unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen können dazugehören. Landminen sind eine eigene Gruppe: Sie lösen aus, wenn sich eine Person oder ein Fahrzeug nähert oder sie berührt. Der DSNS warnt, dass Munition als Tasche, Telefon oder Spielzeug getarnt sein kann. Seine Regel: nichts aufheben, was auf der Strasse liegt, und Kindern beibringen, nur eigene Sachen zu benutzen.
Rückkehrende
Laut UNICEF sind etwa 23 Prozent des ukrainischen Gebiets möglicherweise verseucht (Stand April 2025); am stärksten betroffen sind Jungen von 14 bis 17 Jahren, die Wälder, Gewässer und verlassene Stellungen erkunden. Das IKRK hat gewarnt, dass Schnee und Eis Waffen schwerer erkennbar machen und das Holzsammeln Menschen in bewaldete Gebiete führt. Wer in ein Haus, einen Hof oder auf ein Feld zurückkehrt, sollte unbekannte Gegenstände als gefährlich behandeln, die Zeichen und Markierungen von Gefahrenzonen kennen und sie meiden. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Regeln.
Reisende und Wandernde
Die Gefahr besteht nicht nur in Kriegsgebieten. Vertreter der Schweizer Armee sagen, dass auf ehemaligen Truppenübungsplätzen in den Kantonen Bern, Graubünden und Wallis Blindgänger liegen können. In der Schweiz rufen Sie die Polizei unter 117 an oder nutzen die «Blindgänger»-App der Armee. Das Bundesamt für Kommunikation führt 112 (europäische Notrufnummer), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr) und 144 (Sanität) als kostenlos auf.
Nummern
Ukraine: 101 und 102, wie vom DSNS angegeben. Das IKRK nennt ausserdem die 101 zur Meldung einer Explosionsgefahr und die 112 als Notrufnummer. Schweiz: 117 oder 112. Nummern können sich ändern; prüfen Sie vor der Reise die Seite der örtlichen Behörde.
Kommentare (0)
Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.
