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Terrorismus & Gewalt· Von ARMSMA

Fünfzehn Tote an einer Chanukka-Feier am Bondi Beach — was wird Australiens königliche Kommission finden?

Am Bondi Beach wurden Kindergesichter bemalt, es gab einen Streichelzoo. Die Feier hiess «Chanukah by the Sea» und eröffnete das achttägige Chanukka-Fest. Gegen 18.45 Uhr am Sonntag, 14. Dezember 2025, gingen bei den Rettungsdiensten die ersten Meldungen über Schüsse ein, berichtete die Nachrichtenagentur AP.

Ein Zeuge sagte AP, die Schüsse hätten mit Unterbrechungen etwa fünf Minuten gedauert. Danach waren mindestens 15 Menschen tot, darunter ein Kind. Laut dem Premier von New South Wales, Chris Minns, waren die Opfer zwischen 10 und 87 Jahre alt.

Warum reicht dieser Anschlag über Sydney hinaus?

Laut AP war es die tödlichste Schiesserei in Australien seit fast drei Jahrzehnten; beim Massaker von Port Arthur 1996 starben 35 Menschen. Premierminister Anthony Albanese nannte den Anschlag später «den tödlichsten, der sich je auf australischem Boden ereignet hat».

Er traf eine Gemeinschaft, die bereits unter Druck stand: Laut AP haben sich antisemitische Vorfälle in Australien im Jahr nach dem 7. Oktober 2023 mehr als verdreifacht.

Wer waren die Opfer?

Am Morgen danach wurden mindestens 42 Menschen in Spitälern behandelt, mehrere in kritischem Zustand, so AP. Unter den Toten waren Rabbiner Eli Schlanger, stellvertretender Rabbiner von Chabad Bondi und einer der Organisatoren; Alexander Kleytman, ein Holocaust-Überlebender, wie seine Frau sagte; und der französische Staatsbürger Dan Elkayam, wie Präsident Emmanuel Macron mitteilte. Israel bestätigte den Tod eines eigenen Staatsbürgers, ohne einen Namen zu nennen.

Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Passant, Ahmed al Ahmed, offenbar einen der Schützen zu Boden bringt und entwaffnet. Minns nannte ihn einen «echten Helden».

Wer waren die Schützen?

Vater und Sohn. Die Polizei erschoss den Vater, den 50-jährigen Sajid Akram. Sein Sohn, der 24-jährige Naveed Akram, wurde verletzt und später in Dutzenden Punkten angeklagt, darunter Mord und Terrorismus, berichtete NBC News im Januar 2026. Er hatte sich damals noch nicht zu den Vorwürfen erklärt.

Die Polizei fand am Tatort zwei improvisierte Sprengsätze und machte sie unschädlich. Polizeikommissar Mal Lanyon bezeichnete sie als «primitiv»; sie sollten mit einer Zündschnur und nicht elektronisch gezündet werden. In der Unterkunft des Vaters wurden sechs Schusswaffen sichergestellt.

Einer der beiden Männer war den Sicherheitsbehörden bekannt, so AP, doch laut Lanyon gab es keinen Hinweis auf einen geplanten Anschlag.

Wie reagierte die Regierung?

Noch am selben Tag sprach Albanese von «einem Akt des Antisemitismus, einem Akt des Terrorismus». Am 8. Januar 2026 nannte er die Tat «einen antisemitischen Terroranschlag gegen jüdische Australier, inspiriert vom IS», und kündigte eine nationale königliche Kommission an – die stärkste Form einer staatlichen Untersuchung in Australien, die Zeugen vorladen und Dokumente verlangen kann.

Geleitet wird sie von der früheren High-Court-Richterin Virginia Bell. Laut NBC News untersucht sie Art, Verbreitung und Ursachen des Antisemitismus, die Umstände der Schiesserei und soll Empfehlungen zu Strafverfolgung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Bekämpfung von Extremismus abgeben. Sie schliesst auch die zuvor von Albanese angeordnete Überprüfung der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden ein.

Der Entscheid folgte auf wochenlangen Druck von Politikern aller Lager, einigen jüdischen Vertretern und bekannten Sportlern, die eine nationale statt einer auf New South Wales beschränkten Untersuchung forderten. Albanese hatte zunächst gesagt, eine breite Untersuchung könnte zu lange dauern. «Ich habe zugehört», sagte er. Die Regierung will zudem die Waffengesetze verschärfen und die Äusserungen sogenannter Hassprediger unter Strafe stellen.

Was hat die Kommission bisher getan?

Die öffentlichen Anhörungen begannen am 4. Mai 2026, berichtete Reuters. Die Kommission hatte mehr als 5700 Eingaben aus der Bevölkerung erhalten. Ein kurz zuvor veröffentlichter Zwischenbericht enthielt 14 erste Empfehlungen, darunter mehr Schutz für öffentliche jüdische Anlässe sowie weitere Reformen bei Terrorbekämpfung und Waffenrecht.

Bell sagte, der «starke Anstieg des Antisemitismus» in Australien «scheint eindeutig mit den Ereignissen im Nahen Osten verbunden». Ein späterer Anhörungsblock sollte die Umstände vor dem Anschlag behandeln.

Was wir nicht wissen

  • Gegen Naveed Akram wurde noch nicht verhandelt; die Fakten sind vor Gericht nicht geprüft.
  • Was die Sicherheitsbehörden über den ihnen bekannten Schützen wussten und ob etwas hätte getan werden können, gehört zu dem, was die Kommission untersucht.
  • Welche der Zwischenempfehlungen bereits umgesetzt wurden, geht aus den geöffneten Quellen nicht hervor.

Worauf zu achten ist

Der Schlussbericht ist bis zum 14. Dezember 2026 fällig, genau ein Jahr nach dem Anschlag. Seine Befunde zu den Sicherheitsbehörden und das Ausmass, in dem die ohnehin strengen Waffengesetze verschärft werden, werden zeigen, ob die Antwort dem Ausmass des Verlusts entspricht.

Quellen

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