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Angriffe auf Hilfskräfte: 350 Getötete 2025, Drohnen als wachsendes Risiko 2026

© ICRC buses for the Mariupol evacuation convoy, May 2022: ICRC / Wikimedia Commons

Dieser Artikel stützt sich auf Aussagen der UN rund um den Welttag der humanitären Hilfe (19. August 2026). Die Zahlen stammen aus der Datenbank von Humanitarian Outcomes zu Hilfskräften, wie sie das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zitiert. Wir konnten weder die OCHA-Mitteilung noch die Datenbank selbst öffnen und berufen uns daher auf UN News und das UN-Briefing in Genf; die Angaben gelten für Mitte August 2026.

2025: die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erfassung

Laut UN News zählte OCHA 907 Hilfskräfte als Opfer von Gewalt im Jahr 2025, davon 350 Getötete, die zweithöchste Zahl überhaupt und weniger als im Vorjahr. AFP über Al-Monitor brachte am 17. August dieselbe Zahl von 350 unter einer Überschrift, in der die UN die Bilanz als inakzeptabel bezeichnen.

Nach Orten war Gaza laut UN News im dritten Jahr in Folge der tödlichste Kontext für Hilfskräfte, mit 186 Getöteten, davon 68 % durch Luftangriffe, trotz einer im Oktober 2025 verkündeten Waffenruhe. Der Sudan verzeichnete mit 71 Getöteten einen Rekord, überwiegend durch Handfeuerwaffen, das fünfte Jahr in Folge mit steigenden Opferzahlen. Als weitere Kontexte mit hoher Unsicherheit nennt der Artikel die Ukraine, Äthiopien, Syrien, Haiti, den Tschad und Kamerun; Entführungen und Luftangriffe seien die häufigsten Gewaltformen gewesen.

2026, Stand Mitte August

UN News verweist für 2026 auch auf 82 getötete, 97 verletzte und 39 entführte Hilfskräfte weltweit, nennt an anderer Stelle desselben Artikels aber 322 Verletzte und 235 Entführte seit Jahresbeginn. Den Unterschied erklärt er nicht, und das Datum der ersten Zählung fehlt. Das Jahr ist unvollständig; man sollte sie daher nicht mit der Gesamtzahl 2025 vergleichen. Beim Briefing in Genf am 18. August sagte der OCHA-Sprecher, in den letzten drei Jahren seien über 1 000 Hilfskräfte getötet worden; diese Zahl wiederholte UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher: "Mehr als 1.000 Helfer sind allein in drei Jahren getötet worden, und das ist völlig inakzeptabel."

Die Drohnenfrage

Bewaffnete Drohnen standen in diesem Jahr weit oben in der Kommunikation der UN. OCHA gab an, bewaffnete Drohnen hätten im Sudan in den ersten vier Monaten 2026 80 % der zivilen Todesopfer verursacht. Außerdem wurde berichtet, im März 2026 sei in der Demokratischen Republik Kongo eine Hilfskraft getötet worden, als eine Drohne ein Wohnhaus traf, und Angriffe mit bewaffneten Drohnen in Kolumbien hätten sich zwischen 2024 und 2025 vervierfacht. Fletcher sagte: "Die Technologie mag sich ändern, aber das Kriegsvölkerrecht nicht." Beim Briefing in Genf ergänzte OCHA, man könne die Absicht eines Angreifers mit Drohnen nicht bestimmen, doch Hilfskräfte seien entweder absichtlich oder rücksichtslos getötet worden.

Gesundheitspersonal

UN News nennt die Zählung der Weltgesundheitsorganisation: 639 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung 2026, Stand Mitte August. In Genf sagte ein WHO-Vertreter, am Vortag sei ein WHO-Krankenwagen in Bunia (DR Kongo) angegriffen worden, und das sei kein Einzelfall. Ob jemand verletzt wurde, sagte das Briefing nicht.

Grenzen der Daten

Der Artikel von UN News ist nicht immer klar darin, welche Zahlen zu welchem Jahr gehören; für 2025 haben wir nur die eindeutig genannten Zahlen verwendet. Es gibt weitere Zählungen von getöteten Hilfskräften, die sich in der Methode unterscheiden. Für den aktuellen Stand sollte man direkt die Aid Worker Security Database konsultieren.

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